Gruppendynamik
Gruppendynamik ist kein Verhalten von Personen. Sie beginnt dort, wo die entscheidbaren Fragen aufhören — dort, wo keine Methode mehr trägt und trotzdem etwas weitergeht.
Zum Zettel →beginnt dort, wo die entscheidbaren Fragen aufhören
Was passiert, wenn keine Methode mehr trägt — und trotzdem etwas weitergeht? Wenn eine Gruppe beginnt, sich selbst zu sehen? Dieser Zettelkasten entwickelt die Begriffe, um genau diesen Moment beschreibbar zu machen.
Gruppendynamik ist kein Verhalten von Personen. Sie beginnt dort, wo die entscheidbaren Fragen aufhören — dort, wo keine Methode mehr trägt und trotzdem etwas weitergeht.
Zum Zettel →Gruppe ist kein Zustand, den man vorfindet. Gruppe ist ein Vollzug — der Vollzug gemeinsamer Selbstbeobachtung. Sie entsteht in dem Moment, in dem ein gemeinsames Eigenverhalten als Eigenverhalten sichtbar wird.
Zum Zettel →Der Punkt, an dem ein kommunikatives Feld seine Selektionsstruktur organisiert: was anschließbar wird und was nicht. Nicht Inhalt, sondern Form — entstanden aus rekursivem Gebrauch, nicht aus Instruktion.
Zum Zettel →Gruppen sind nicht das Ziel. Sie sind das Werkzeug — der Ort, an dem eine größere Frage sichtbar wird: Wie entsteht aus getrennten Welten, die füreinander unzugänglich sind, etwas Gemeinsames? Nicht Aggregation, nicht Emergenz — etwas anderes. Diese Frage heißt Komposition.
Wer versteht, wie in einer U-Bahn aus sechs Spielern und einer Dame etwas entsteht, das keinem von ihnen gehört, der versteht etwas über die Grundfrage der Soziologie. Und vielleicht über mehr als das.